Da ist man nachts auf dem Heimweg (man kam aus Mönchengladbach, Willich, Schiefbahn bzw Krefeld, vom
Besuch bei Dominic) und hat einige Kilometer vor sich zu laufen, weil keine Busse oder Bahnen mehr in die Heimatstadt Witten fahren. Man fühlt sich fast wie ein Emmericher - so schlecht wie hier nachts der öffentliche Personen-Nahverkehr ist. Die
Bogestra meint ja, dass zur späten Stunde niemand mehr von Bochum nach Witten will, also fährt in der Woche die letzte Straßenbahn, die bis in die Wittener City fährt bereits um viertel vor Zwölf. Wenn man eine halbe Stunde später fährt, wird man einen halben Kilometer vor der Grenze Wittens mitten im Wald im Dunkeln ausgesetzt, da dort die Bahn wieder wendet, die nächsten beiden (letzten) Bahnen führen vom Hauptbahnhof gerade mal eine Haltestelle weiter - toll!
Also bleibt einem nicht viel anderes übrig, als die
restlichen 6 Kilometer zu Fuß zu bewältigen. Bereits zu Beginn sieht man einige Taxen an einem vorbeifahren, und man fragt sich, ob man sich nicht eins nehmen sollte. Ich hab an diesem Tag leider nichts getrunken und hatte einen nüchternden Heimweg vor mir, was sehr langweilig sein kann.
Da ich ungefähr wusste, dass man für diesen Weg Zehn Euro zu bezahlen hätte, nahm ich einen Zehner aus der Geldbörse, steckte ihn in meine Hosentasche und redete mir ein, das nächsten Taxi einfach mal anzuhalten. Natürlich habe ich das nicht gemacht, denn so schlimm war der - gewohnte, oft zu gehende - Weg nun auch wieder nicht (dank Bogestra und der deutschen Bahn gibts sowas auch am Wochenende, nur eben etwas später). Als ich dann knapp eine Stunde später zuhause war, nahm ich den Zehner wieder aus der Tasche und freute mich, denn ich hatte Zehn Euro gespart - oder kann ich sogar behaupten, ich habe sie mir verdient?